← Zurück zum Wissen

Wasserqualität

PFAS im Trinkwasser: Was sich 2026 in der EU geändert hat

Seit Januar 2026 werden PFAS im Trinkwasser EU-weit systematischer überwacht. Was die neuen Regeln und Grenzwerte tatsächlich bedeuten – verständlich erklärt.
18.09.2026 2 Min. Lesezeit INFINTOS Redaktion
Glas mit frischem Leitungswasser in heller Küche

Seit Januar 2026 gelten in der EU neue, einheitlichere Regeln für PFAS im Trinkwasser. Das klingt zunächst technisch – betrifft aber eine einfache Frage: Wie wird unser Leitungswasser künftig kontrolliert und was bedeuten die neuen Grenzwerte für Verbraucher?

Was sind PFAS überhaupt?

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Dahinter steckt keine einzelne Chemikalie, sondern eine sehr große Stoffgruppe. Viele PFAS sind extrem stabil und werden in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut. Deshalb werden sie häufig als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet.

PFAS wurden in zahlreichen Anwendungen eingesetzt, zum Beispiel dort, wo Materialien wasser-, fett- oder schmutzabweisend sein sollen. Genau diese Beständigkeit hat jedoch eine Kehrseite: Bestimmte PFAS können über Böden und Gewässer in Rohwasser gelangen und damit auch für die Trinkwasserüberwachung relevant werden.

Was hat sich am 12. Januar 2026 geändert?

Die EU-Kommission hat die Vorgaben der überarbeiteten Trinkwasserrichtlinie ab dem 12. Januar 2026 in die praktische Anwendung überführt. Seitdem müssen Mitgliedstaaten PFAS im Trinkwasser harmonisiert überwachen und die Ergebnisse an die EU-Kommission melden.

12.01.2026Seit diesem Datum greift die systematische EU-weite PFAS-Überwachung nach den neuen Vorgaben.

In Deutschland ist zusätzlich wichtig: Die Trinkwasserverordnung enthält seit 2026 einen Grenzwert von 100 ng/l für die Summe PFAS-20. Für vier besonders betrachtete PFAS ist ab 2028 ein weiterer, niedrigerer Summengrenzwert vorgesehen.

Heißt das, Leitungswasser sei plötzlich problematisch?

Nein. Neue Grenzwerte und zusätzliche Kontrollen bedeuten nicht automatisch, dass das Leitungswasser vorher unsicher war. Sie bedeuten vor allem, dass Stoffe heute genauer bewertet, gemessen und reguliert werden.

Das Umweltbundesamt bewertet die Trinkwasserqualität in Deutschland weiterhin als sehr gut. Im jüngsten veröffentlichten Qualitätsbericht hielten über 99 Prozent der untersuchten Messwerte die gesetzlichen Anforderungen ein.

Die wichtigste Einordnung: Ein allgemeiner Bericht über PFAS sagt noch nichts über das Wasser in der eigenen Wohnung aus. Dafür sind die Analysedaten des lokalen Wasserversorgers und gegebenenfalls Informationen des Gesundheitsamts entscheidend.

Was passiert, wenn ein Grenzwert überschritten wird?

Eine Überschreitung bedeutet nicht, dass Behörden einfach nur einen Messwert dokumentieren. Je nach Situation müssen Maßnahmen eingeleitet werden. Das kann zusätzliche Aufbereitung umfassen, die Nutzung einzelner Brunnen einschränken oder andere technische Maßnahmen erforderlich machen.

Die Weltgesundheitsorganisation verfolgt bei chemischen Stoffen im Trinkwasser grundsätzlich einen risikobasierten Ansatz: Risiken sollen möglichst bereits vom Einzugsgebiet bis zum Wasserhahn erkannt und kontrolliert werden. PFAS werden dabei international weiter wissenschaftlich bewertet.

Was bedeutet das für Haushalts-Wasserfilter?

Bei Wasserfiltern lohnt sich eine klare Trennung zwischen Filtertechnik und konkreten Leistungsversprechen. Aktivkohle kann für verschiedene Stoffgruppen relevant sein, aber die tatsächliche Reduktion einzelner PFAS hängt unter anderem von Molekülgröße, Filtermedium, Kontaktzeit, Wassermenge und Nutzungsdauer ab.

Deshalb sollte ein Hersteller nicht pauschal behaupten, ein Filter entferne „PFAS“, wenn dafür keine produktspezifischen Prüfungen vorliegen.

INFINTOS Transparenz

Lieber nachvollziehbar als übertrieben

Bei INFINTOS erklären wir offen, wie unser 4-Schichten-System aufgebaut ist und wofür die einzelnen Filtermaterialien eingesetzt werden. Konkrete Stoff- oder Prozentversprechen machen wir nur dort, wo dafür belastbare Nachweise vorliegen.

Zum INFINTOS Sortiment →

Was kann ich selbst sinnvoll tun?

Wer sich für die eigene Wasserqualität interessiert, sollte zuerst beim lokalen Wasserversorger nachsehen. Dort finden sich meist aktuelle Analysen zur regionalen Trinkwasserqualität. Bei speziellen Fragen zur Hausinstallation – etwa sehr alten Leitungen – kann zusätzlich eine fachliche Prüfung sinnvoll sein.

Damit ist die Reihenfolge sinnvoll: erst Daten ansehen, dann einordnen und erst danach entscheiden, ob eine zusätzliche Filtration für die eigenen Wünsche sinnvoll ist.

Fazit

Die PFAS-Regeln ab 2026 sind vor allem ein Schritt zu mehr Transparenz und einheitlicher Kontrolle. Sie zeigen außerdem, wie sich Trinkwasserüberwachung weiterentwickelt: Neue Stoffe werden wissenschaftlich bewertet, Grenzwerte angepasst und Messprogramme erweitert. Für Verbraucher ist das grundsätzlich positiv – solange Schlagzeilen nicht mit der tatsächlichen Wasserqualität vor Ort verwechselt werden.